Der Herr Ist Gott Und Keiner Mehr


Der Herr ist Gott und keiner mehr.
Frohlockt ihm, alle frommen!
Wer ist ihm gleich? wer ist wie er,
So herrlich, so vollkommen?
Der Herr ist groß! sein nam ist groß!
Er ist unendlich grenzenlos
In seinem ganzen wesen.

Ihn trifft kein wechsel flüchtger zeit.
Nie grösser oder kleiner
Wird seines wesens herrlichkeit.
Nur er war stets, sonst keiner!
Wir menschen sind von gestern her:
Eh noch die erde war, war er!
Noch eher als die himmel.

Des Ew’gen thron umgiebt ein Licht,
Das ihn vor uns verhüllet.
Ihn fassen alle himmel nicht,
Wie weit er sie erfüllet!
Er bleibet ewig, wie er war,
Verborgen, und nur offenbar
In seiner werke wundern.

Was wären wir, wenn seine kraft
Uns nicht gebildet hätte?
Er kennet uns, kennt, was er Schaft,
Der Wesen ganze kette.
Bey ihm ist weischeit und verstand,
Und kraft und stärke; seine hand
Umspannet erd und himmel.

Ist er auch jemals von uns fern?
Weis er nicht aller wege?
Wo ist die nacht, da sich dem Herrn
Ein mensch verbergen möge?
Die finsternis ist vor ihm licht:
Gedanken selbst entfliehen ihm nicht
In ihrer ersten bildung.

Wer schüzt den weltbau ohne dich,
O Herr, vor seinem falle?
Allgegenwärtig breitet sich
Dein aufsehn über alle.
Du bist voll freundlichkeit und huld,
Barmherzig, gnädig, voll geduld,
Ein vater, ein verschoner!

Unsträflich bist du, heilig, gut
Und reiner als die sonne.
Wohl dem! der deinen willen thut;
Denn du vergiltst mit wonne.
Du hast unsterblichkeit allein,
Bist selig, wirst es ewig seyn,
Hast freuden, Gott die fülle.

Dir nur gebühret lob und dank;
Dir majestät und ehre.
Kommt, werdet Gottes lobgesang,
Ihr, alle seine heere!
Der Herr ist Gott, und keiner mehr.
Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er,
So herrlich, so vollkommen?