Dreieinigkeit Der Gottheit Wahrer Spiege


Dreieinigkeit! der Gottheit wahrer Spiegel,
o Licht vom Licht! als dessen Allmachts-Flügel
sich um und um durch diesen Erdkrets streckt,
und alle Welt mit seinem Schirm bedeckt.

Mir loben Dich, sobald die Sonn erwachet,
und wenn sie jetzt de späten Abend machet;
was lebt und webt auf dieser Erden weit,
ist alles, Herr, zu Deinem Dienst bereit.

O reicher Schatz! o unumschränktes Wesen!
Wer hat wohl ye die Heimlichkeit gelesen?
O tiefer Brunn, o unersorschte Pracht!
wie groß, ach Gott! wie groß ist Deine Macht.

Wer kann doch hier, Herr deine Weg’ erfinden?
Wie sollt’ ein Mensch wohl Dein Gericht ergründen?
Nur weg, Vernunft! nur weg, nur weg mit dir,
dein Witz der ist gar viel zu schlecht allhier.

Nur immer hin, nur hin mit deinem Tichten,
du kannst dich nicht in Gottes Weisheit richten;
wo Gott nicht selbst dich unterweisen wird,
so bleibest du verloren und verirrt.

Drum lehr’ uns, Herr, o lehr’ uns ohne Trennen,
in Einem Drei, in dreien Eins erkennen;
ach! lehr’ uns doch, Gott Vater, Sohn und Geist,
daß Du ein Gott in drei Personen heiß’st;

Gieb, daß von Dir dies Wort bei uns stets klinge:
“Von Ihm, durch Ihn, in Ihm sind alle Dinge.”
Dem grossen Gott sei Ehr’ in Ewigkeit;
ja, Amen, ja! singt alle Christenheit.

Dein Nam’ ist groß; Dein Teich, Herr, in uns wohne;
Dein Will’ und zwing’, ernerh uns, und verschone;
Versuchung steur’, erlös’ aus böser Zeit;
Dein ist das Reich, die Kraft und Herrlichkeit.