Du Hirt Und Heiland Deiner Schar


Du Hirt und Heiland deiner schaar!
Es ist und bleibet ewig wahr,
Was man vor dir geschrieben.
Die heerde weidest du mit lust:
Die lämmer legst du an die brust,
Umarmest sie mit lieben.
Deine arme
Adams-kinder,
Sind zwar sünder,
Und verloten.
Doch sie werden neu geboren.

Es ist dein blut und wasser-bad,
Das viele schon getaufet hat,
Auch über mich geflossen.
Rein als ein unbeflecktes lamm,
Wusch mich von allem sündenschlamm
Dein blut, das du vergossen.
Reichlich Ließ sich
Auf mich nieder
Seel und glieder
Zu bewegen,
Deines geistes gnaden-regen.

Dein Vater nahm mich auf den schooß.
Die gnad ist unbegreiflich groß,
Ich ward zum kind erwehlet.
Du selbst hast dich mit mir vertraut.
Ich ward des höchsten königs braut
Dem grossen Gott vermählet:
Deiner Marter
Zur belobnung;
Eine wohnung
Deinem Geist,
Daß er mir ststs beystand leiste.

Ach wär ich noch so, wie ich war
Doch meine schuld ist affenbar.
Ich habe dich verlassen.
Du aber bist noch heute treu.
Zu dir erhebt sich mein geschrey.
Ich will dich wieder fassen.
Doch ich Kan dich
Nicht ergreifen.
Du mußt häufen
Dein erbarmen.
Ach ergreife du mich armen.

Die gnad ist doch bey dir noch da.
Dein band steht vest, du bist mir nah:
Wenn ich mich nur besinne.
Du hast noch alles in der hand.
Wenn ich mich zu dir umgewandt,
So werd ichs frölich inne:
Daß du, Jesu,
Mirs bewahret,
Und gesparet;
Bis ich käme,
Und mein erbgut wieder nähme.

so komm ich denn, ich armes kind,
Von herzen elend, tod und blind
Und beichte meine sünden.
Mit beyden händen greif ich zu
Die gnad ist mein, ja mein bist du.
Du läßst dich gerne finden.
Aber, Bester,
Laß, o Herr! mich
Recht und gläubig
An dir hangen.
Nim du mich dir selbst gefangen.

In deine arme sammle mich.
Zerstreuung ist mit fürchterlich.
Halt du mich recht zusammen.
Nim mich in deinen busen auf,
Und trage mich, so wallt mein lauf
Zu dir in heilgen flammen.
O Herr! Lämmer
Sind ja schwächlich
Und gebrächlich.
Darum eile,
Hilf und rette, pfleg und heile!