Du Lebensbrot Herr Jesu Christ


Du Lebensbrod, Herr Jesu Christ,
mag dich ein Sünder haben,
der nach dem Himmel hungrig ist
und sich mit dir will laben,
so bitt ich dich demüthiglich,
du wollest recht bereiten mich,
daß ich recht würdig werde.

Auf grünen Aue wollest du
mich diesen Tag, Herr, leiten,
den frischen Wassern führen zu,
den Tisch für mich bereiten.
Ach, ich bin sündlich, matt und krank,
laß, Herr, mich deinen Gnadentrank
aus deinem Becher schmecken.

Du angenehmes Himmelsbrod,
du wollest mir verleihen,
daß ich in meiner Seelennoth
zu dir mag kindlich schreien;
dein Glaubensrock bedecke mich,
auf daß ich möge würdiglich
an deiner Tafel sitzen.

Tilg allen Haß und Bitterkeit,
o Herr, aus meinem Herzen,
laß mich die Sünd in dieser Zeit
bereuen ja mit Schmerzen;
du heißgebratnes Osterlamm,
du meiner Seelen Bräutigam,
laß mich dich recht genießen.

Zwar ich bin deiner Gunst nicht werth,
als der ich jetzt erscheine,
mit Sünden allzuviel beschwert,
die schmerzlich ich beweine;
in solcher Trübsal tröste mich,
Herr Jesu, daß du gnädiglich
der Sünder dich erbarmest.

Ich bin Mensch, krank von der Sünd
laß deine Hand mich heilen.
Erleuchte mich, denn ich bin blind;
du kannst mir Gnad ertheilen.
Ich bin verdammt, erbarme dich,
ich bin verloren, suche mich
und hilf aus lauter Gnaden.

Mein Bräutigam, komm her zu mir
und wohn in meiner Seelen;
laß mich dich küssen für und für
und mich mit dir vermählen.
Ach, laß doch deine Süßigkeit
für meine Seele sein bereit,
und stille ihren Jammer.

Du Lebensbrod, Herr Jesu Christ,
komm, selbst dich mir zu schenken!
O Blut, das du vergossen bist,
komm eiligst, mich zu tränken!
Ich bleibe in dir und du in mir,
drum wirst du, meiner Seelen Zier,
auch mich dort auferwecken.