Du Lebensfuerst Herr Jesu Christ


Du Lebensfürst, Herr Jesu Christ,
der du bist aufgenommen
gen Himmel, da dein Vater ist,
und die Gemein der Frommen,
wie soll ich deinen großen Sieg,
den du uns durch den schweren Krieg
erworben hast recht preisen,
und dir gnug Ehr erweisen?

Du hast die Höll und Sündennoth
ganz ritterlich bezwungen;
du hast den Teufel, Welt und Tod
durch deinen Tod verschlungen.
Du hast gesieget weit und breit,
wie soll ich solche Herrlichkeit
o Herr, in diesem Leben
gnug würdiglich erheben?

Du hast dich zu der rechten Hand
des Vaters hingesetzet,
der Alles dir hat zugewandt,
nachdem du unverletzet
die starken Feind hast umgebracht,
Triumph und Sieg daraus gemacht,
und sie auf deinem Wagen
ganz herrlich Schau getragen.

Nun lieget Alles unter dir,
dich selbst nur ausgenommen;
die Engel müssen für und für
dir aufzuwarten kommen;
die Fürsten stehen auch der Bahn,
und sind dir willig unterthan.
Luft, Wasser, Feuer, Erden
muß dir zu Dienste werden.

Du starker Herrscher fährest auf
mit Jauchzen und Lobsagen,
und gleich mit dir in vollem Lauf
auch mehr denn tuasend Wagen:
du fährest auf mit Lobgesang,
es schallet der Posaunen Klang.
Mein Gott, vor allen Fingen
will ich dir auch lobsingen.

Du bist gefahren in die Höh,
hinführend, die gefangen,
die uns mit Thränen, Ach und Weh
genetzet oft die Wangen.
Drum preisen wir mit süßem Schall,
o starker Gott, dich überall,
wir, die wir so viel Gaben
von dir empfangen haben.

Du bist das Haupt in der Gemein,
und wir sind deine Glieder;
du wirst der Glieder Schutz ja sein,
wir dienen dir hinwieder.
Du stärkest uns mit Trost und Licht;
wenn uns vor Angst das Herz zerbricht,
dann kannst du Kraft und Leben,
ja Fried und Freude geben.

Du salbest uns mit deinem Geist
und giebst getreue Hirten,
die Lehrer, welch uns allermeist
mit himmelsbrod bewirthen;
du Hoherpriester zeigest an,
daß deine Hand uns retten kann,
ja, von der Höllen Rachen
uns frei und ledig machen.

Du hast durch deine Himmelfahrt
die Straße uns bereitet,
du hast den Weg uns offenbart,
der uns zum Vater leitet;
und weil denn du, Herr Jesu Christ,
nun stets in deiner Wohnung bist,
so werden ja die Frommen
dahin auch zu dir kommen.

Ist unser Haupt im Himmelreich,
als die Apostel schreiben,
so werden wir den Engeln gleich,
ja nicht heraußen bleiben;
du wirst uns, deine Kinderlein,
mein Gott, nicht lassen von dir sein,
die doch so fest vertrauen,
dein Herrlichkeit zu schauen.

Herr Jesu, zieh uns für und für,
daß wir mit den Gemüthern
nur oben wohnen stets bei dir,
in deinen Himmelsgütern.
Laß unsern Sitz und Wandel sein,
wo Fried und Wahrheit geht herein,
laß uns in deinem Wesen,
das himmlisch ist, genesen.

Hilf, daß wir suchen unsern Schatz
nicht hier in diesem Leben,
mein, sondern dort, wo du den Platz
wirst Gottes Kindern geben,
Ach, laß uns streben fest und wohl
Nach dem, was künftig werden soll,
so können wir ergründen,
wo dein gezelt zu finden.

Zieh uns nach dir, so laufen wir,
gieb uns des Glaubens Flügel;
hilf, daß wir fliehen weit von hier,
auf Israelis Hügel.
Mein Gott, wann fahr ich doch dahin,
wo ich ohn Ende fröhlich bin?
Wann werd ich vor dir stehen,
dein Angesicht zu sehen?

Wann soll ich hin ins Paradies
zu dir, Herr Jesu, kommen?
Wann kost ich doch das Engelsüß?
Wann werd ich aufgenommen?
Mein Heiland, komm, und nimm mich an,
auf daß ich fröhlich jauchzen kann
und klopfen in die Hände:
Hallelujah ohn Ende.