Du Weiser Schoepfer Aller Dinge


Du weiser Schöpfer aller dinge,
Der alles weiß, erkennt, versteht!
Nichtse ist so groß, nichts so geringe,
Das nicht nach deiner Ordnung geht.
Sie ist’s, die deine große welt
In ihrer dau’r und Pracht erhält.

Die vielen wundervollen werke,
Was unfern angen fern und nah;
Steht alles, wie durch deine stärke,
So auch durch deine wesheit da.
Unendlich, Herr! ist dein verstand:
Der ganze weltbau macht’s bekannt.

Mit eben diesen meisterhänden,
Mit welchen du die welt gemacht,
Regierst du auch an allen enden,
Was dein verstand hervorgebracht.
Du brauchst, o unerschaffnes licht!
Der menschen rath un beistand nicht.

Was du zu Thun dir vorgenommen,
Das kommt unfehlbar auch zur that.
Wenn tausend Hindernisse kommen,
So triumphiert dein hoher rath.
Den bested zweck wählt dein verstand:
Die mittel stehen in deiner hand.

Die menge so verschiedner willen,
Wo jeder feinen weg erwählt,
Muß doch den deinen blos erfüllen,
Der feines Zieles nie verfehlt,
Und aller feinde stolzen wahn,
Als Unvernunft beschämen kann.

O weischeit! decke meiner Seele
Des Eigendünkels thorheit auf;
Damit sie dich zum Leitstern wähle
In dieses Lebens ganzem lauf.
Ich weiß den weg des Friedens nicht:
Ach gönne mir dein sichres Licht!

Du hast mich durch mein ganzes leben
Nach deinem klugen rath geführt.
Mein geist muß dir die ehre geben,
Daß du aufs beste mich regiert:
O leite mich durch welt und zeit
Hinüber in die Ewigkeit!