Durch Viele Grosse Plagen


Durch viele grosse plagen
Hat mich der Herr getragen,
Von meiner jugend auf;
Ich hah auf meinen wegen
Des Höchsten hand und segen;
Er lenkte meines lebens lauf.

Sein weg war oft verborgen;
Doch wie der helle morgen
Aus dunklen nächten bricht:
So hab ich stets gespüret;
Der weg, den Gott mich führet,
Bringt mich durchs finstre thul zum licht.

War menschen hülf vergebens;
So kam der Herr des lebens,
Und half und machte bahn:
Wußt ich mir nicht zu rath
So that Gott grosse thaten,
Und nam sich machtig meiner an.

Bis in des alters tagen
Will er mich heben, tragen,
Und mien erretter seyn;
Dis hat mir Gott versprochen,
Der nie sein wort gebrochen;
Ich werde sein mich ewig freun.

Er wird mir schwachen alten,
Was er versprochen, halten,
Denn er ist fromm und treu;
Bin ich gleich matt und müde,
Er giebt mir trost und friede,
Und seiht mit muth und kraft mir bey.

Nach wenig bangen stunden
Hab ich ganz überwunden;
Ich bin vom ziel nicht welt.
Triumph! o welche freuden!
Sind nach dem letzten leiden,
Vor Gottes thron für mich bereit.

Ich warte froh und stille,
Bis meines Gottes wille
Mich nach dem kampfe krönt:
An meiner laufbahn ende,
Sink ich in Jesu hände,
Der mit dem richter mich versöhnt.