Gott Der Du Heilig Bist


Gott, der du heilig bist,
Wer soll’n auch heilig leben,
Und unsre leiber dir
Zum opfer ganz ergeben,
Das da leabendig ist:
Ach! wie hat böse lust
Doch unser herz befleckt
Mit vielen sünden-wust!

Vor deinem richter-stuhl
Kan ja kein mensch bestehen.
West du die fleischlichen
Begierden willst ansehen,
Zusamt der eitelkeit
Die unser herz ansicht;
ein greuel sind wir herr,
Vor deinem angesicht.

Drum hilf uns böse lust,
Durch deines Geistes stärke,
Bezwingen, und mit ernst
stets fleihen fleisches werke;
Damit der glaub und geist
Behalten sieg und macht,
Und dein hochheil’ger will
Von uns hier werd vollbracht.

Verbinde du dich selbst
Mit unserm geist und seelen,
Daß wir des schmalen wegs
Zum leben nicht versehlen:
Nim weg, was unrein ist
Und wider dein zebot!
Damit nichts sündliches
Uns stürze in den tod.

Ach! laß dein Gottes-bild
In uns von neuem prangen;
Zu dir nur und dem Lamm
Steh unser ganz verlangen:
Befreye unsern geist
Von schnöder luste pein,
Und laß uns göttlicher
Natur theilhaltig seyn.

Nim uns zum tempel ein,
O Herr, nach leib und seele
Ach! heilg’ uns durch und durch,
Und dich mit uns vermähle
In Christo, unserm Herrn,
Dem keuschen Jungraun-sohn,
Den nur ein reines herz
Wird schaun in seiner kron.