Gott Ist Ein Gott Der Liebe


Gott ist ein Gott der liebe,
ein freund der eingikeit:
Er will, daß man sich übe,
In dem, was würket freud
Und fried in einem sinn,
Der zwiftigkeit absage,
Sich brüderlich vertrage,
In sanftmuth immerbin.

Der satan ist ein störer
Des friedens, und bedacht,
Daß ja des wortes hörer
Gans lassen aus der acht,
Was wider haß und neid
Der Heiland treulich lehret,
Und wie von Gott abkehret
Die unversöhnlichkeit.

Wer hier den frieden liebet
In wahrheit ohn verdruß,
Dem nächsten sich ergiebet,
Ohn absicht auf genuß,
Der hat am himmel theil,
Da fried und leben wohnet,
Da friede wird belohnet:
Gott ist und bleibt sein heil.

Hergegen, wer beladen
Mit bittrem haß und zorn,
Der hat des grossen schaden,
Er ist und bleibt verlorn;
Es kommt das theure blut,
So Christus unverdrossen
Aus liebe hat vegossen,
Ihm nimmermehr zu gut.

Wer seine nächsten hasset
Der hasset selbsten Gott:
Drauf Gottes zorn ihn fasset,
Und stürzt in solche noth,
Darinnen er verdirbt,
Woselbsten kein erretten;
Der höllen-band und ketten,
Ihn fesseln, wenn er stirbt.

Wer dieses recht bedenket,
Der wird der sonnen licht,
Wenn es zur erd sich lenket,
Und eh der glanz gebricht,
Nicht lassen untergehn
Bovor sich hab geleget
Der zorn den er geheget:
Wohl, wohl wenns ist geschehn.

O Christe! steur und wende
Des satans bitterkeit,
Damit er nicht behende
Erwecke zorn und steit
Bey denen, de der geist
Des friedens soll regieren,
Und in der stille führen,
Zu dem, was lieblich heißt.

Hilf uns ja fleißig halten,
Die einigkeit im geist,
Daß über uns mög walten,
Dein segen allermeist;
Nach deinem geist und sinn
Einander uns vertragen
In frenndschaft, und nachjagen
Dem köstliche gewinn.