Gott Vater Sohn Und Heiliger Geist Mein


Gott Vater, Sohn und Heil’ger Geist,
mein Gott, ach! ach! erbarme
Dich über das, was Deine heist,
ich fall in Deine Arme,
ich suche Deinen Herzens-Schrein;
Nimm mich mit Leib und Seel’ hinein,
denn es ist Noth vorhanden.

Ein großes Wetter braus’t gar schwer,
o Vater! sei mir gnädig,
es donnert stark und blitzet sehr,
mach mich von Sünden ledig.
Ich merke Deinen Zorn und Grimm;
ich höre Deine Donner-Stimm;
Ach, Schöpfer! Schöpfer! schone.

Vergiß doch meiner Sünden-Schuld,
ich bitt’, um Jesus willen,
erscheine mir mit Deiner Huld,
laß Deinen Zorn sich stillen!
Du hättest freilich guten Fug
weil ich verdienet leider! gnug,
daß Du mich von Dir stießest.

Denn ich muß Dir bekennen frei,
daß Böses ich verübet,
daß ich durch Sünde mancherlei
Dich gar zu oft betrübet:
Daß aber Du auch Gnaden-voll,
das hoffe, glaub’ und weiß ich wohl,
Du Trost der Armen Sünder.

Drum laß doch vor Gerechtigkeit,
Barmherzigkeit ergehen,
gedenk’ an Deinen theuren Eid,
der von Dir ist geschehen,
daß Du nicht willt des Sünders Tod,
o laß doch in der großen Noth
mich, treuer Gott, nicht stecken.

Gereichet es zu Deinem Ruhm,
zu Deinem Preis und Ehre,
und dann mir, Deinem Eigenthum,
zur Seligkeit, so höre,
und gib, daß nicht beschäd’ge mich
das Wetter das so grausamlich,
und schrecklich sich läßt merken.

Wenn aber Du beschlossen hast,
buß ich jetzt soll abscheiden:
So hab’ ich Jesum umgefaßt,
sein Blut und bitter Leiden.
Ach! schreie vor mich, Jesus-Blut,
daß ich frei von der Höllen-glut
zur Herrlichkeit eingehe.

Bedecke stets mit Deiner Hand,
Verwandte und Bekannte,
ein jegliches in seinem Stand,
die Früchte auf dem lande,
das Vieh und was Du sonst gemacht,
und laß uns spüren Tag und Nacht,
daß Du seist unser Schützer.

O breite Deine Flügel aus,
daß uns kein Unglück finde:
Verhüte doch, daß unser Haus
das Wetter nicht anzünde:
Vor Hagel, Schlossen, Wasserfluth
beschirme gnädig Haab und Gut,
und sei mit Deinen Kindern.

Laß Deinen Donner wecken auf
das schlafende Gewissen,
damit durch unsern Lebenslauf
wir mögten sein beflissen,
zu thun, was Dir, men Gott, gefällt
daß, wenn nun unterging die Welt,
Du uns bereitet findest.

Nun, allertreuster Herr und Gott,
laß uns jetzt nicht verderben!
Jesu, durch Deine wunden roth,
hilf seliglich uns sterben!
Du werther Geist, verlaß die nicht,
die ihren Trost zu Dir gericht’t,
Du bist der beste Helfer.

O Jesu Christe, Gottes Sohn!
nimm mich in Deine Glieder;
O Jesu Christe, Gnadenthron!
sei uns doch freundlich wieder;
O Jesu Christe, Gottes Lamm!
O Jesu,unser Bräutigam!
erbarme Dich der Deinen.

Wohlan, ich armer Erden-Kloß
bin nun in Gott bedecket:
In Jesu treuen Mutter-Schooß
hab’ alles ich verstecket;
es komm’ nun, wie es wolle hier,
so kommet Gott doch nicht von mir,
und ich komm von Gott nimmer.