Gott Welche Schmach Und Plagen


Gott welche Schmach und plagen
Mußer, mein Heiland, tragen,
Der nichts verbrochen hat!
Als einen übertreter
Des glaubens seiner Väter
Klagt man ihn an im hohen rath.

Da steht er im gerichte!
Aus seinem angesichte
Strahlt hoher, freyer muth.
Er achtete nicht der bände,
Gleich groß in schmerz und Schande,
Und dulcet still der frevler muth.

Er schweigt, wenn Lügner zeugen,
Das recht die richter beugen.
Man schlägt ihn ins Gesicht:
Und wird er nun den rechen
Zerschmettern, und sich rächen?
Sanft spricht der Herr, und rächt sich nicht.

Treu bleibt er seiner lehre,
Und seiner Unschuld ehre
Versüßt ihm Schmach und hohn,
Er schweigt bei schnöden fragen,
Doch hört man ihn lant sagen:
Ich bin des Hochgelobten Sohn.

Er, den selbst Engel scheuen,
Läßt willig sich verspeien.
Er, der die Sünden trug,
Läßt sich mit Fäusten schlagen,
Und sich von Spöttern fragen;
Wer ist es, Christe, der dich schlug?

Ihr, eures Hauptes Glieder,
Ihr christen, fallet nieder,
Und betet Jesum an.
Er ist, trotz alles Spottes,
Der Sohn des ew’gen Gottes,
Und alles ist ihm unterthan.

Er, dem Gericht entnommen,
Wird herrlich wiederkommen,
Des hochgelobten Sohn;
Er, seiner seiende Rächer!
Dann stehen die Verbrecher
Bestürzt vor sienem richterthron.

Wie werden sie mit grauen
Und Todesangst ihn schauen,
In seiner Majestät!
Ihn, wird ihr herz dann sagen,
Ihn haben wir geschlagen,
Verspeiet, und and kreuz erhöht.

Jauchzt, ihr gerechten! schauet,
Der Herr, dem ihr vertrauet,
Erscheint, mit ihm sein lohn!
Wann dann die Sünder zagen,
Dann könnt ihr fröhlich sagen:
Gelobet sei’st du Gottes Sohn.