Gott Wie Du Bist So Warst Du Schon


Gott, wie du bist, so warft du schon,
Noch ehe du von deinem thron
Geschöpfe, die nicht waren,
Ins daseyn riefst, um deine macht
Und Huld zu offenbaren.

Du wirst auch bleiben, wie du bist,
Wenn dieser Erdkreis nicht mehr ist,
Und längst schon jene Kronen,
Die du im Himmel aufbewahrst,
Dem überwindet lohnen.

Ja, du bist unveränderlich,
Und so wird auch die Wahrheit sich
Unwandelbar erhalten,
Wenn auch die welten, die du schufst,
Wie ein Gewand veralten.

Versinkt, ihr berge! stürzt ins thal!
Fallt hin, und macht durch euren fall
Die erde weit erzittern.
O Vater, beinen bund mit mir
Kann ewig nichts erschüttern.

Was zaget denn mein herz in mir?
Warum beklag ichs, daß man hier
Kein daurend gut genieße,
Und daß voll müh und unbestand
Dies leben mir entfließe?

Mag doch die ganze welt vergehn,
Und keine Luft der welt bestehn!
Ich weiß, an wen ich glaube,
Und, Gott, ein herz, das dir sich weiht,
Wird nie dem gram zum raube.

Nur menschengunst verändert sich,
Doch du liebst unveränderlich,
Und willst mich ewig lieben.
Des frommen Namen wird ins buch
Der seligen geschrieben.

Mein geist entreißt sich hoch erfreut
Dem schnöden Wechsel diefer zeit,
Und schaut ins beßre leben.
O wohl ihm! Dort wirst du, o Gott,
Ihn ewig einst erheben.

So schwinde denn die welt vor mir!
Unwandelbarer Gott, ben dir
Sind dauerhafte Freuden.
Du geibst sie dem, der treu dir war.
Wer mag von dir sich scheiden?