Grosser Gott Von Alten Zeiten


Grosser Gott von alten Zeiten,
dessen Hand die Welt regieret,
dessen Treu auf allen Seiten
mich von Jugend auf geführt:
heute weckt des Tages Lauf
mich zu lauter Andacht auf.

Ach! wie lieb ich diese Stunden,
denn sie sind des Herren Fest,
das mit so viel Trost verbunden;
da mein Gott mich ruhen läßt
und durch seinen guten Geist
mir den Weg zum Leben weist.

Doch das bloße Müßiggehen
und der Kleider leere Pracht
werden schlecht bei Gott bestehen,
der das Eitle wenig acht’t:
Herr! ich bringe was ich kann,
nimm du nur mich selber an.

Habe Dank für diesen Morgen,
der mir Zeit zum guten schenkt;
das sind unsre besten Sorgen,
wenn der Mensch an Gott gedenkt
und von Herzen bei’t und singt,
daß es durch die Wolken dringt.

Was ist schöner, als Gott dienen?
Was ist süßer, als sein Wort?
da wir sammeln, wie die Bienen,
und den Honig tragen fort.
Selig ist, wer Tog und nacht
also nach dem Himmel tracht’t.

O mein Gott! sprich selber Amen!
denn wir sind dein Eigenthum.
Alles preise deinen Namen,
alles mehre deinen Ruhm,
bis es künftig wird geschehn,
daß wir dich im Himmel sehn.