Himmelan Geht Unsre Bahn


Himmelan geht unsre Bahn,
wir sind Gäste nur auf Erden,
bis wir dort in Canaan durch
die Wüste kommen werden,
Hier ist unser Pilgrimsstand,
droben unser Vaterland.

Himmelan schwing dich, mein Geist;
denn du bist ein himmlisch Wesen,
und kannst das, was irdisch heißt,
nicht zu deinem Zweck erlesen.
Ein von Gott erleuchter Sinn
kehrt in seinen Ursprung hin.

Himmelan! die Welt kann dir
nur geborgte Güter geben.
Deine himmlische Begier
muß nach solchen Schätzen streben,
die uns bleiben, wenn die Welt
in ihr erstes Nichts zerfällt.

Himmelan! ich muß mein Herz
auch bei meinem Schatze haben,
denn es kann mich anderwärts
kein so großer Reichtum laben,
weil ich schon im Himmel bin,
wenn ich nur gedenk an ihn.

Himmelan! ruft er mir zu,
wenn ich ihn im Worte höre;
das weist mir den Ort der Ruh,
wo ich einmal hingehöre.
Wenn mich dieses Wort verwahrt,
halt ich eine Himmelfahrt.

Himmelan denk ich allzeit,
wenn er mir die Tafel decket,
und mein Geist hier allbereit
eine Kraft des Himmels schmecket.
Nach der Kost im Jammerthal
folgt des Lammes Hochzeitsmahl.

Himmelan! mein Glaube zeigt
mir das schönste Loos von ferne,
daß mein Herz schon aufwärts steigt
über Sonne, Mond und Sterne;
denn ihr Licht ist viel zu klein
gegen jenen Glanz und Schein.

Himmelan, ach himmelan!
das soll meine Losung bleiben.
Ich will allen eitlen Bahn
durch die Himmelslust vertreiben.
Himmelan steht nur mein Sinn,
bis ich in dem Himmel bin.