Hoert Auf Mit Trauren Und Klagen


Hört auf mit trauren und klagen!
Ob dem tod soll niemand zagen.
Er ist gestorben als ein christ;
Sein tod ein gang zum leben ist.

Der sarg und grab drum wird geziert,
Der leib ehrlich begraben wird,
Daß wir glauben, er sei nicht todt,
Sondern schlaf’ und ruh’ sanft in Gott.

Wohl scheint’s, als sei nun all’s dahin,
Weil er da liegt ohn’ muth und sinn,
Doch soll sich bald finden wieder
Leb’n und kraft in alle glieder.

Bald werden diese todtenbein
Erwarmen und sichfügen fein
Zusammen mit kraft und leben,
Gott wird’s herrlich wiedergeben.

Der leichnam, der jetzt liegt und starrt,
Wird nun gar bald in schneller fahrt
Schweben in lüften unbeschwert,
Gleichwie die seele leicht hinfährt.

Ein weizenkörnlein in der erd’
Liegt erst ganz todt, dürr und unwerth,
Doch kömmt’s herfür gar fein und zart,
Und bringt viel frucht nach seiner art.

Der leib, gemacht von erdenklos,
Soll liegen in der erden schooß,
Und soll da ruhen ohne leid,
Bis er vom tod wieder aufersteht.

Der leib war der seelen häuslein,
Die blies Gott mir sein’m athem drein,
Ein edel herz, recht’ muth und sinn,
War durch die gabe Christi drin.

Den körper nun die erd’ bedeckt,
Bis ihn Gott wieder auferweckt,
Der sein’s geschöpf’s gedenken wird,
Welch’s war nach seinem bild formirt.

Ach, daß nun käm’ derselbig’ tag,
Da Christus nach seiner zusag’
Wird herfürbringen ganz und gar,
Was in die erd’ verscharret war.