Ich Armer Mensch Ich Armer Sunder


Ich armer Mensch, ich armer Sünder
steh’ hier vor Gottes Angesicht;
ach Gott, ach Gott, verfahr gelinder,
und geh nicht mit mir in’s Gericht!
Erbarme dich, erbarme dich,
Gott, mein Erbarmer, über mich!

Wie ist mir doch so angst und bange
von wegen meiner grossen Sünd’!
Ach, daß von dir ich Gnad’ erlange,
ich armes und verlornes Kind!
Erbarme dich, erbarme dich,
Gott, mein Erbarmer, über mich!

Hör’ und vernimm mein sehnlichs Schreien,
du allerliebstes Vaterherz!
Woll’st alle Sünden mir verzeihen
und lindern meiner Herzens Schmerz.
Erbarme dich, erbarme dich,
Gott, mein Erbarmer, über mich!

Wie lang soll ich vergeblich klagen?
Hörst du denn nicht? ach, hörst du nicht?
Wie kannst du das Geschrei vertragen?
Hör’, was der arme Sünder spricht:
Erbarme dich, erbarme dich,
Gott, mein Erbarmer, über mich!

Wahr ist es, übel steht der Schade,
den niemand heilet, außer du.
Ach, aber ach, Genad’, Genade!
Ich lasse dir nicht eher Ruh’.
Erbarme dich, erbarme dich,
Gott mein Erbarmer, über mich!

Ich zweifle nicht, ich bin erhöret,
erhöret bin ich zweifelsfrei;
weil sich der Trost im Herzen mehret,
drum will ich enden mein Geschrei.
Erbarm’ dich, Gott, erbarme dich
uns Christi willen über mich!