Ich Bitt Entschuldge Mich


Ich bitt entschuld’ge mich:
so sprachen die verächter,
Und trieben mit dem mahl
Des Höchsten ein gelächter;
Sie kamen dannoch nicht
Ob es schon war bereit.
Dargleichen menschen sind
Auch noch zu unsrer zeit.

Sie sagen: wir sind schon
Zum Abendmahl gegangen,
Dieweil wir es im geist,
Und galubens-kraft empfangen.
O spötter! wann dich gleich
Des glaubens-krft ergetzt,
Ist dann das abendmahl
Vergebens eingesetzt?

Dein Jesus, böses herz!
Will sich dir doppelt geben,
Theils in des glaubens kraft,
Zu einem neuen leben,
Theils in dem abendmahl;
Und dieses nim in acht:
Dem hilft der glaube nichts,
Der dieses mahl veracht.

Man wendet ferner ein:
Vergebung meiner sunden
Ist ohne abendmahl
In Gottes wort zu finden,
O spötter! lässet dir
Gott doppelt gnade sehn,
Muß dann das abendmahl
Darum verachter stehn!

Wir sorgen gar zu sehr
So hört man andre sagen,
Dazs wir unwürdig gehn,
Wer wollte dieses wagen?
Verächter! kehrt zurück,
Sucht Jesum in der zeit,
Weil, wann euch buse fehlt,
Ihr schon verdammet seyd.

Man ruft: das abendmahl
Sey viel zu hoch zu schätzen.
Doch eben diesen schatz
Laßt euren geist ergetzen.
Ach kommt, sonst macht ihrs ja,
als wann ein kranker spricth:
Die arzeney ist gut,
Allein ich mag sie nicht.

Wie fürchten, sagen sie,
Wannn sir diß mahl schon schmecken,
Wir möchten uns darauf
Mit neuer schuld beflecken.
Verächtet! sündigt nicht
Aus bosheit, sicherheit;
Die schwachheit schenkt euch Gott
Aus gnad und freundlichkeit.

Viel sagen freventlich;
Wir haben kein verlangen;
Kein hunger und kein durst,
Treibt uns, es zu empfangen.
Ach weh, es mangelt euch
Erkenntniß, heil und licht;
Ihr kennet christi mahl
Und euer elend nicht.

Man rust: Ich will vorher
Dem streit ein ende machen.
O menschen! überläßt
Deem richter solche sachen;
Lebt ohne zank und haß,
Neid, bitterkeit und streit,
So schadet der proceß
Nichts an der würdigkeit.

Der sprict: Jetzt kan ich nicht
Weil mirs an kleidern sehlet.
Verächter! hat dann gott
Den kleider-schmuck erwählet?
Er siehet auf das herz;
Wenn Jesus das regiert,
So bist du schon genug
Zum liebes-mahl geziert.

Ein andrer wendet ein:
Ich muß mit schmerzen sehen,
Wie man die bösen läßt
Zum gnaden-mahle gehen.
Ach! armer! sieh auf dich:
Und bist du selber rein,
So wird der andern schuld
Dir niemals schädlichseyn.

Mein heil! dein abendmahl
Soll meine seel erquicken,
Bis in der herrlichkeit
Ich dich dort werd’ erblicken.
O theure himmels-speis!
O manna, seelen, geb
Ich sehne mich nach dir!
Wohl mir, wann ich dich hab.