Ich Trete Frisch Zu Gottes Tisch


Ich trete frisch
Zu Gottes tisch
Hilf, Vater! hilf mit gnaden,
Daß mir keine missethat
Hierzu möge schaden.

Ich läugne nicht,
Was mir gebricht,
Ich beichte meine schulden:
Reu’ für sünden pflegst du ja,
Frommer Gott! zu dulden.

Wenn’s nöthig fällt,
Durch lösegeld
Die handschrift zu vernichten,
Wird der Herr der herrlichkeit
Dies für mich entrichten.

Drauf stell’ ich dir,
Mich, Jesu! für
In kindlichem vertrauen;
Jesu! den die cherubim
Lüstet anzuschauen.

Dein leib und blut,
Das mir zu gut
Gebrochen und vergossen,
Wird (otiefe wunderthat!)
Hier am tisch genossen.

Ich soll jetzund
Mit seel und mund
(Kein witz kann das ermessen,)
Jesu Christi werthes fleisch
Unbegreiflich essen.

O grüble nicht,
Wie dies geschicht?
noch, ob es mag geschehen?
Gott kann überschwenglich thun,
Das wir nicht verstehen.

Vernunft und sinn
Laß immerhin,
Was möglich scheint, vergleichen;
Ich will nun und nimmermehr
Von dem buchstab weichen.

Der dies verspricht,
Betreugt mich nicht,
Und mich nicht betrügen;
Gott ist keines menschen kind,
Daß er könne lügen.

Verleih, o Gott!
Durch Christi tod,
Daß weder welt noch teufel
Mir an diesem glaubenspunkt
Rege ein’gen zweifel.

So will ich nie,
Noch spat, noch früh,
Ermünden, sonder wanken,
Für dein theu’r vergoss’nes blut
Dir, mein Gott, zu danken.