Ich War Ein Kleines Kindlein


Ich war ein kleines Kindlein,
gebor’n auf diese Welt;
aber mein Sterbestündlein
hat mir Gott bald bestellt.
Ich weiß gar nichts zu sagen,
was Welt ist und ihr Schein,
aus hab ich nie gelernet
was gut ob’r bös mag sein.

Mein allerliebster Vater,
der mich gezeuget hat,
und mein herzliebste Mutter,
die mich geboren hat,
die thun mich jetzt verlassen
mit Seufzen herziglich:
aber der Herr, mein Heiland,
der nimmt mich auf zu sich.

Er nimmt mich auf zu Gnaden,
zum Erben in sein Reich:
der Tod kann mir nicht schaden,
ich bin den Engeln gleich;
mein Leib wird wieder leben
in Ruh und ewger Freud,
und sammt der Seele schweben
in ewger Seligkeit.

Gott g’segn euch, Vat’r und Mutter:
mir ist ganz wohl geschehn!
Gott hat mich kleines Pflänzlein
ins Paradies versehn:
dort wollen wir in Freuden
einander wieder sehn,
wo unser Gott und Herre
wird all’s in Allem sein.