Ich Weiss Von Keinem Andern Grunde


Ich weiß von keinem anders Grunde,
als den der glaub in Christo hat;
ich weiß von keinen andern Bunde,
von keinem andern Weg und Rath:
als daß man elend, arm und bloß
sich legt in Christi Seit und Schooß.

Ich bin zu meinem Heiland kommen
und eil ihm immer besser zu;
ich bin auch von ihm aufgenommen
und sind in seinen Wunden Ruh;
er ist mein Schatz, mein Erb und Theil
und außer ihm weiß ich kein Heil.

Ich bleib in Christo nun erfunden
und bin in ihm gerecht und rein;
ich bleibe stets in seinen Wunden,
so kann ich immer sicher sein;
Gott stehet nicht in Christo an,–
wer ist’s, der mich verdammen kann?

Ich fühle noch in mir die Sünde;
doch schaden kann sie mir nicht mehr,
weil ich in Christo mich befinde;
wohl aber beuget sie mich sehr.
Ich halte nichts gering und klein,
sonst dringt ein sichres Wesen ein.

Ich kämpfe gegen mein Verderben
im Glauben und in Christi Kraft;
der alte Mensch muß täglich sterben,
der noch nicht todt an Kreuze hast’t;
dies aber macht mich arm und klein
und lehrt nach Christo ernstlich schrein.

Und da ich so in Christo bleibe,
stets vor ihm wandelnd auf ihn seh,
das Wort des Friedens fröhlich treibe
und unablässig zu ihm steh,
so bleib ich stets im Grunde stehn;
da kann mein Wachsthum vor sich gehn.

Ich bleib im tiefsten Demuths grunde
und will von Christo nimmer gehn;
ich bleib im allgemeinen Bunde,
in allgemeiner Liebe stehn
und bang an Christo ganz allein;
dies soll mein Grund auf ewig sein.

O Jesu, laß mich in dir bleiben
und nie aus deinen Wunden gehn.
Laß mich den Geist des Glaubens treiben
und fest in deinem Frieden stehn;
stets wachsam, still und niedrig sein.
So reißet nichts den Grund mir ein.