Machs Mit Mir Gott Nach Deiner Guet


Mach’s mit mir, Gott, nach deiner Güt,
hilf mir in meinem Leiden.
Ruf ich dich an, versag mir nicht:
wenn meine Seel will scheiden,
so nimm sie, Herr, in deine Händ;
ist Alles gut, wenn gut das End.

Gern will ich folgen, liebster Herr,
du wirst mich nicht verderben.
Ach du mist doch von mir nicht fern,
wann ich gleich hier muß sterben,
verlassen meine besten Freund,
die’s herzlich gut mit mir gemeint.

Ruht doch der Leib sanft in der Erd,
die Seel sich zu dir schwinget;
in deine Hand sie unversehrt,
durch Tod in’s Leben dringet:
Hier ist doch nur ein Thänenthal:
Angst, Noth, Müh, Arbeit überall.

Tod, Teufel, Höll, die Welt und Sünd
Mir können nichts mehr schaden.
An dir, o Herr, ich Rettung find;
ich tröst mich deiner Gnaden.
Dein eigner Sohn aus Lieb und Huld
für mich bezahlt hat alle Schuld.

Was wollt ich denn lang traurig sein,
weil ich sowohl bestehe,
bekleid’t mit Christi Unschuld sein,
wie eine Braut hergehe?
Gehab dich wohl, du schnöde Welt:
bei Gott zu leben mir gefällt.