O Jesu Mein Brutgam Wie Ist Mir So Wohl


O Jesu, du mein bräut’gam! Wie ist mir so wohl,
Wenn ich vor dir knein und anbeten soll:
O selige stunden,
Ich habe gefunden,
Was mich der ewigen freuden macht voll.

Du hast mich, o Jesu! recth reichlic erquickt,
Und an die trost brüste der liebe gedrückt,
Mich reichlich beschenket,
Mit wollust getränket;
Ja gänzlich in himmlischer freude verzückt.

Nun herzens-geliebter, ich bin nicht mhr mein,
Dann was ich bin um und um, alles ist dein,
Mien lieben und hassen
Hab ich dir gelassen,
Ich spüre der gnade belebenden schein.

Was ist es, das hier und dort mich noch anficht
Der eitern, der grüder, der kinder gesicht?
Weg, weg ihr verwandten,
Ihr freund und bekandten!
Schweigt alle nur stille, ich kenn euch ja nicht.

Kommt, jauchzet ihr frommen! frolocket mit mir,
Ich habe die quelle der freiden selbst hier:
Kommt, lasset uns springen,
Und singen und klingen,
Ja gänzlich entbrennen in liebes-begier.

O liebster! wie hast du mein herze verwundt,
Wie hat mich dein heiliges feuer entzündt?
Ach schaue die flammen,
Sie schlagen zusammen,
Nicht himmel noch erden weiß, was ich emfind.

Trotz teufel, welt, hölle, fleisch, sünde und tod,
Ich fürchte kein trübsal, kein leiden noch noth:
Will Jesus mich lieben,
Was kan mich betrüben?
Das, was mir entgegen, muß werden zu spott.

Weg kronen, weg scepter, weg hobeit der welt!
Weg reichthum und schätze, weg güter und geld
Weg wollust und prangen!
Mein einzig verlangen
Ist Jesus, der schönste im himmelischen zeit;

Wann nimst du, o liebster! mich gänzlich zu dir?
Wie lang ach! wie lang soll ich warten allhier?
Wann seh ich, o wonne!
Dich, ewige sonne?
O Jesu, o schönster, o einige zier.