O Jesu Suess Wer Dein Gedenkt


O Jesu süß! wer dein gedenkt,
Deß herz mit freud’ wird überschwenkt;
Noch süßer aber alles ist,
Wo du, o Jesu! selber bist.

Jesu! du herzensfreud’ und wonn’,
Des lebens brunn’, du wahre sonn’!
Dir gleichet nichts auf dieser erd’,
In dir ist, was man je begehrt.

Jesu! dein’ lieb’ ist mehr denn süß;
Nichts ist darin, das ein’n verdrieß’;
Viel tausendmal ist’s wie ich sag’,
Edler, als man’s aussprechen mag.

Jesu, du quell der gütigkeit!
Ein’ hoffnung bist all’ unsrer freud,
Ein süßer fluß und gnadenbrunn,
Des herzens wahre freud’ und wonn’.

Dein’ lieb’, o süßer Jesu Christ!
Des herzens beste laabung ist;
Sie machet satt, doch ohn’ verdruß,
Der hunger wächst im überfluß.

Jesu, du engelische zier!
Wie süß in ohren klingst du mir!
Du wunderhonig in dem mund,
Kein’n bessern trank mein herz empfund.

Jesu, du höchste gütigkeit!
Mein’s herzens lust und beste freud’!
Du bist die unbegreiflich’ güt’,
Dein’ lib’ umfäht all mein gemüth.

Jesum lieb haben, ist sehr gut;
Wohl dem, der sonst nichts suchen thut!
Mir sterben will ich selber ab,
Daß ich in ihm das leben hab’.

O Jesu! meine süßigkeit,
Du trost der seel’, die zu dir schreit,
Die heißen thränen suchen dich,
Das herz zu dir schreit inniglich.

Ja, wo ich bin, in was revier,
So wollt’ ich, Jesus wär’ bei mir:
Freud’ über freud’, wenn ich ihn find’;
Selig, wenn ich ihn halten könnt’.

Was ich gesucht, das seh’ ich nun;
Was ich begehrt, das hab’ ich schon:
Von lieb’, o Jesu! bin ich schwach;
Mein herz, das flammt und schreit dir nach.

Wer dich, o Jesu! also liebt,
Der bleibt gewiß wohl unbetrübt:
Nichts ist, das dieser lieb’ verzehr’,
Sie wächst und brennt je mehr und mehr.

Jesu, du blum’ und jungfrau’n Sohn,
Du lieb’, und unser gnadenthron!
Dir sei lob, ehr’, wie sich’s geziemt,
Dein reich kein ende immer nimmt.

In dir mein herz hat seine lust,
Herr! mein’ begier ist dir bewußt;
Auf dich ist all mein ruhm gestellt,
Jesu! du Heiland aller welt.

Du brunnquell der barmherzigkeit!
Dein glanz erstreckt sich weit und breit:
Der traurigkeit gewölk vertreib’,
Das licht der glorie bei und bleib.

Dein lob im himmel hoch erklingt,
Kein chor ist, der nicht von dir singt:
Jesus erfreut die ganze welt,
Die er bei Gott zu fried’ gestellt.

Jesus im fried’ regieren thut,
Der übertrifft all zeitlich gut:
Der fried’ bewahr’ mein herz und sinn,
So lang’ ich hier auf erden bin.

Und wenn ich ende meinen lauf,
So hole mich zu dir hinauf,
Jesu! daß ich da fried’ und freud’
Bei dir genieß’ in ewigkeit.

Jesu, erhöre meine bitt’!
Jesu, verschmäh’ mein seufzen nicht!
Jesu, mein’ hoffnung seht zu dir:
O Jesu, Jesu, hilf du mir!