Verfluchtes Gift Der Wollusttriebe


Verfluchtes gift der wollust triebe,
Bezaubernde unreine liebe,
Entfliehe fern aus meiner brust!
Sie sucher rein’re himmelslust.

Du bist die pest der lebenssäfte,
Der tod der muntern seelenkräfte.
du friß’st das frische jugend roth,
Du nagst als tausensacher tod.

Todt deine macht einmal im herzen,
So zeugst du bange engst und schmerzen.
Wer deine fesseln sich anlegt,
Der ists, der hölle in sich trägt.

Du bist das kind des alten drachen,
Dem menschen quaal ein höllisch lachen
Erregt, der teuflisch sich vergnügt,
Wenn deine macht ein herz besiegt.

Wie veile sind schon hingerissen,
Die tod und hölle im gewissen
Zermartert, die der kummer nagt
Und frieden aus der burst verjagt.

Ich will meine Jesu, zu dir einen,
Du kanst mich armes kind nur heilen,
Brich du der lüste band entzwey!
So werd und bleib ich ewig frey.

Verkläre dich in meiner seele!
Hilf daß ich deine lieb’ erwähle,
Und lösche aus in meiner brust
Das höllenfeur unreiner lust.

Ich bin ja deine braut geworden,
Du zähltest mich zum himmels erden;
Der tolle unsinn wähl’ anstatt
Des himmels, was die hölle hat.

Ich nicht, mich reitzen beß’re gaben,
Die leib und seele ewig laben:
Was Jesus hat, was Jesus giebt,
Das ists, was meine seele liebt.