Vergebens Ist All Mueh Und Kost


Vergebens ist all’ Müh’ und Kost,
wo nicht das Haus Gott selber bau’t;
also ist auch der Mensch trostlos,
wo er sein’n eignen Kräften trat.–
Denn wo die Stadt Gott mit sein’m Rath
nicht selbst erhält und schützet;
man wach’ und hüt’, ohn’ Gottes Güt’
fürwahr daß solch’s nicht nützet.

Was hilft’s, daß wir für Tag’s aufstehn,
und auf uns laden Sorgen viel?
so doch all’ unser’ Anschläg’ gehn
allein, wie Gottes Ordnung will;
und ob dein Brod gleich wird mit Noth
und Kummer über kommen;
wenn Gott dir nicht solch’s segnet mit,
waas reicht dir das zu frommen?

Der himmlisch’ Vater thut’s allein,
daß Land und Leut’ wird wohl regiert,
wir sehen’s täglich, als ich mein’,
und wenn nicht hütet’ dieser Hirt,
all Regiment nähm’ bald ein End’,
wär’s noch so fest erbauet;
wie elend’ Leut’ sein wir denn heut,
das wir Ihm nicht vertrauen!

Daß Gott den Menschen Kind’r beschert,
das ist allein sein’ Gnad’ und Güt’;
Er ist’s, der sie erhält und nährt;
wenn sich der Mensch am höchsten müht,
so ist’s umsonst ohn’ Gottes Gunst.
Er kann ihr’n Fußsteig wenden,
gleich wie in eil umtreibt ein’n Pfeil
ein Starker in sein’n Händen.

Wie selig ist nun diese Stadt,
die von Gott selber wird regiert,
das Haus, so ein’n Vorsteher hat,
den Gott in seinen Wege führt!
darum so schau’, daß dein Vertrau
nur werd’ auf Ihn gestellet,
denn ohn’ sein’ Hand, ein jedes land
gewiß zu Boden fället.