Von Furcht Dahin Gerissen


Von furcht dahin gerissen,
Verleugnet Petrus dich,
Bald straft ihn sein gewissen,
Da weint er bitterlich!
Tief drinet ihm dein blick in’s herz;
Er fleht zu dir um gnade,
Und du stillst seinen schmerz.

Wie wuchs nun deines zeugen
Standhaftigkeit und muth!
Furcht konnt’ ihn nie mehr beugen:
Für dich, Harr, Floß sein Blut!
Dich, seinen Herrn und seinen Gott,
Verherrlichte sein leben,
Verherrlichte sein tod.

Betrübt ist meine Seele,
Erfüllt mit reu’ und schmerz!
Was hilft’s, daß ich’s verhehle?
Schaust du mir nicht ins herz?
Bekennen will ich’s, Jesu, dir:
Ich habe dich verleugnet!
Vergieb, vergieb es mir!

Wenn deines namens Spötter
Dich schmähten, wenn ihr Spott
Dich höhnte, Welteretter,
Dich, ihren Herrn und Gott:
Dann schwieg ich zaghaft, schämte mich
Ein christ zu sein, und scheute
Mehr ihren Spott, als dich.

Du hast, o Herr, dein leben
Für meine Seligkeit
So willig hingegeben,
Zum segnen so bereit!
Wie undankbar, wie schwach war ich,
Daß ich den haß der Sünder
Mehr fürchtete, als dich!

Ich seh’ jetzt, ich empfinde
Die größe meiner schuld:
Vergib mir diese Sünde,
Nach deiner großen Huld!
Erbarmend sahst du Petrum an;
Laß eine gleiche gnade
Mich, o mein heil, empfah’n!

Laß diese meine reue
Mir unvergesslich sein,
Und stets den bund der treue,
O Herr, mit dir erneu’n!
Dich zu verleugnen, Herr mein Gott,
Das fürchte meine Seele
Weit mehr als qual und Tod.

Von dir soll mich nichts trennen;
Dich will ich frei und gern
Vor aller welt bekennen,
Dich meinen Gott und Herrn!
Einst vor dem Vater im Gericht,
Wenn ich dir standhaft folge,
Verleugnest du mich nicht.

Bedeckt von deiner gnade
Veracht’ ich allen Spott.
Wer ist es, der mir schade?
Du schützest mich, mein Gott!
Von meinem Haupte fällt kein haar,
Und drohen mir die feinde
Die schrecklichste gefahr.