Von Gott Will Ich Nicht Lassen


Von Gott will ich nicht lassen,
denn er läßt nicht von mir,
führt mich auf rechter Straßen,
da ich sonst irrte sehr,
reichet mir seine Hand;
den aAbend als den Morgen
thut er mich wohl versorgen,
sei, wo ich woll, im Land.

Wenn sich der Menschen Hulde
und Wohlthat all verkehrt,
so findt sich Gott gar balde,
sein Macht und Gnad bewährt,
hilfet aus aller Noth,
errett’t von Sünd und Schanden,
von Ketten und von Banden,
und wenn’s auch wär der Tod.

Auf ihn will ich vertrauen
in meiner schweren Zeit;
es kann mich nicht gereuen,
er wendet alles Leid,
ihm sei es heimgestellt:
nein Leib, mein Seel, mein Leben
sei Gott dem Herrn ergeben,
er mach’s, wie’s ihm gefällt.

Es thut ihm nichts gefallen,
denn was mir nützlich ist,
er meint’s gut mit uns allen,
schenkt uns den Herren Christ,
sein allerliebsten Sohn;
durch ihn er uns bescheret,
was Leib und Seel ernähret;
lobt ihn ins Himmels Thron.

Lobt ihn mit Herz und Munde,
das er uns beides schenkt:
das ist ein selge Stunde,
darin man sein gedenkt;
sonst verdirbt alle Zeit,
die wir zubring’n auf Erden;
wir sollen selig werden
und bleib’n in Ewigkeit.

Auch wenn die Welt vergehet
mit ihrer stolzen pracht,
kein Ehr noch Gut bestehet,
welchs vor war groß geacht’t.
Wir werden nach dem Tod
tief in die Erd begraben:
wenn wir geschlafen haben,
will uns erwecken Gott.

Die Seel bleibt unverloren,
geführt in Abrams Schooß;
der Leib wird neu geboren,
von allen Sünden los,
ganz heilig, rein und zart,
ein Kind und Erb des Herren,
daran muß uns nicht irren
des Teufels listig Art.

Darum, ob ich schon dulde
hier Widerwärtigkeit,
wie ich’s auch wohl verschulde;
kömmt doch die Ewigkeit,
ist aller Freuden voll:
dieselb ohn einigs Ende,
dieweil ich Christum kenne,
mir widerfahren soll.

Das ist des Vaters Wille,
der uns erschaffen hat;
sein Sohn hat Guts die Fülle
erworben und Genad,
und Gott der heilge Geist
im Glauben uns regieret,
zum Reich des Himmels führet;
ihm sei Lob, Ehr und Preis!