Wach Auf Mein Herz Und Singe Dem Schoepf


Wach’ auf, mein Herz, und singe,
dem Schöpfer aller Dinge,
dem Geber aller Güter,
dem frommen Menschenhüter!

Heint, als die dunklen Schatten
mich ganz umgeben hatten,
hat Satan mein begehret,
Gott aber hat’s verwehret.

Ja, Vater, als er suchte,
daß er mich fressen möchte,
war ich in deinem Schoße,
dein Flügel mich beschlosse.

Du sprachst: Mein Kind, nun liege
Trotz dem, der dich betrüge!
Schlaf wohl, laß dir nicht grauen,
du sollst die Sonne schauen.

Dein Wort, das ist geschehen,
ich kann das Licht noch sehen,
von Not bin ich befreiet,
dein Schutz hat mich verneuet.

Du willst ein Opfer haben,
hier bring’ ich meine Gaben,
mein Weihrauch, Farr’und Widder,
sind mein Gebet und Lieder.

Die wirst du nicht verschmähen,
du kannst ins Herze sehen
und weißest, daß zur Gabe
ich ja nichts Beßres habe.

So woll’st du nun vollenden
dein Werk an mir und senden,
der mich an diesem Tage
auf seinen Händen trage.

Sprich ja zu meinen Taten,
hilf selbst das Beste raten,
den Anfang, Mitt’l und Ende,
ach Herr, zum besten wende!

Mit Segen mich beschütte,
mein Herz sei deine Hütte,
dein Wort sei meine Speise,
bis ich gen Himmel reise!