Wachet Auf Ihr Faulen Christen


Wachet auf, ihr faulen Christen,
bedenket, daß euch Gottes Gnad
vom tiefsten Schlaf der Sündenlüsten
zum Leben auferwecket hat.
Verlasset doch die finstre Gruft
und höret wenn euch Jesus ruft:
Wachet!

Wachet, denn die Sündennächte
entweichen vor dem besten Licht,
das Gott dem menschlichen Geschlechte
im Wort und Herzen aufgericht’t,
Ach! wandelt doch in solchem Schein
sonst könnt ihr keine Christen sein.
Wachet!

Wachet! ist der Geist schon willig,
so ist das Fleisch doch gut zu schwach.
Drum folgen wahre Christen billig
dem Geist und nicht dem Fleische nach.
O! theure Seelen, werdet klug
und folget doch des Geistes Zug.
Wachet!

Wachet, denn die alte Schlange
sucht Tag und Nacht, mit Macht und List
die Menschen in ihr Netz zu fangen,
weil wenig Zeit vorhanden ist.
Ergreifet doch des Glaubens Schild
und wisset daß nicht schlafen gilt.
Wachet!

Wachet, eh die Todesstunde
das unvermerkte Ziel erreicht;
ihr seht ja, wie der Tod Gesunde
sowohl als Kranke oft beschleicht.
Die letzte Stund ist ungewiß.
Ach, werthe Christen, merket dies.
Wachet!

Wachet! daß ihr euch bereitet
auf jenen großen Tag des Herrn;
denn wie uns Gottes Wort bedeutet,
so ist derselbe nicht mehr fern.
Ach, schicket euch, vielleicht
kommt heut der erste Tag der Ewigkeit.
Wachet!

Wachet, Jesus hat’s geboten.
Ach! folget seiner Wächterstimm,
Was schlafet ihr doch, wie die Todten?
ermuntert euch und kehret um,
bedenket doch, was euch behagt,
und daß Gott mir und allen sagt:
Wachet!