Wend Ab Deinen Zorn Lieber Gott In


Wend’ ab deinen zorn, lieber Gott! mit gnaden,
Und laß nicht wüthen deine blut’gen ruthen;
Richt’ uns nicht streng nach unsern missethaten,
Sondern nach güte.

Denn so du wolltest nach verdienste strafen,
Wer könnte deinen grimm und zorn ertragen?
All’s müßt’ vergehen, was du hast geschaffen,
Vor deinen plagen.

Vergib, Herr! gnädig unsre große schulde,
Laß über das recht deine gnade walten,
Denn du verschonst nach deiner großen hulde,
Uns zu erhalten.

Sind wir doch arme würmlein, staub und erden,
Mit erbsünd’, schwachheit, noth und tod beladen,
Warum sollen wir gar zu nichte werden
Im zorn ohn’ gnaden?

Sieh’ an dein’s Sohnes kreuz und bitter leiden,
Der uns erlöset hat mit seinem blute,
Und eröffnen lassen sein herz und seiten,
Der welt zu gute.

Darum, ach Vater! laß uns nicht verderben,
Dein’ gnad’ und Geist durch Christum wollest geben,
Mach’ uns sammt ihm des himmelreiches erben,
Mit dir zu leben.