Wenn Mein Stuendlein Vorhanden Ist


Wann mein Stündlein vorhanden ist
und soll hinfahr’n mein Straße,
so g’leit du mich, Herr Jesu Christ,
mit Hülf mich nicht verlasse.
Mein Seel an meinem letzten End
befehl ich, Herr, in deine Händ,
du wollst sie wohl bewahren.

Mein Sünd mich werden kränken sehr,
mein G’wissen wird mich nagen,
denn ihr sind viel wie Sand am Meer;
doch will ich nicht verzagen;
gedenken will ich an dein’n Tod,
Herr Jesu, und dein Wunden roth,
die werden mich erhalten.

Ich bin eine Glied an deinem Leib,
deß tröst ich mich von Herzen;
von dir ich ungescheiden bleib,
in Todesnoth und Schmerzen.
wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir,
ein ewges Leben hast du mir
mit deinem Tod erworben.

Weil du vom Tod erstanden bist,
werd ich im Grab nicht bleiben,
mein höchster Trost dein Auffahrt ist,
Todsfurcht kann sie vertreiben:
denn wo du bist, da komm ich hin,
daß ich stets bei dir leb und bin,
drum fahr ich hin mit Freuden.

So fahr ich hin zu Jesu Christ,
mein Arm thu ich ausstrecken;
so schlaf ich ein, und ruhe fein,
kein Mensch kann mich aufwecken,
denn Jesus Christus, Gottes Sohn,
der wird die Himmelsthür aufthun,
mich führ’n zum ewgen Leben.