Wie Fleucht Dahin Der Menschen Zeit


Wie flieht dahin der menschen zeit?
Wie eilet man zur ewigkeit,
Wie wenit denken an die stund
Von herzensgrund?
Wie schweigt hievon der träge mund.

Das leben ist gleich wie ein traum,
Ein nichtes werther wasserschaum,
Im augenblick es bald vergeht,
Und nicht besieht:
Gleichwie ihr dieses täglich seht.

Nur du, Jehova, bleibets mir,
Das, was du bist, ich traue dir,
Laß berg und hügel fallen hin,
Mir ists gewinn,
Wenn ich allein bey Jesus bin.

So lang ich in der hütte wohn,
So lebre mich, o Gottes-Sohn!
Gib, daß ich zähle meine tag,
Und munter wach,
Daß, eh ich sterb, ich steben mag.

Was hilft die welt in letzter noth?
Lust, ehr und reichthum in dem tod?
O mensch, du laufst dem schatten zu,
Bedenk es nu,
Du kommst sonst nicht zur wahren ruh.

Weg eitelkeit, der narren lust;
Mir ist das höchste gut bewußt,
Das such ich nur, das bliebet mir:
O mein begier!
Herr Jesu, zieh mein herz zu dir.

Was wird das seyn, wann ich dich feh,
Und bald vor deinem throne steh?
Du unterdessen lehre mich,
Daß stetig ich
Mit klugem herzen suche dich.