Wie Herrlich Ists Ein Schaeflein Christi


Wie herrlich ist’s, ein Schäflein Christi werden
und ind er Huld des treusten Hirten stehn!
Kein höhrer Stand ist auf der ganzen Erden,
als unverrückt dem Lamme nachzugehn.
Was alle Welt nicht geben kann,
das trifft ein solches Schaaf bei seinem Hirten an.

Hier findet es die angenehmsten Auen;
hier wird ihm stets ein frischer Quell entdeckt.
Kein Auge kann die Gaben überschauen,
die es allheir in reicher Menge schmeckt.
Hier wird ein Leben mitgetheilt,
das unaufhörlich ist, und nie vorüber eilt.

Wie läßt sich’s da so froh und ruhig sterben,
wenn hier das Schaaf im Schoos des Hirten liegt!
Es darf sich nicht vor Höll und Tod entfärben,
sein treuer Hirt hat Höll und Tod besiegt,
Büßt gleich der Leib die Regung ein,
so wird die Seele doch kein Raub des Moders sein.

Das Schäflein bleibt in seines Hirten Händen,
wenn gleich vor Zorn Welt, Höll und Abgrund schnaubt.
Es wird es ihm kein wilder Wolf entwenden,
weil der allmächtig ist, an den es glaubt,
Es kommt nicht um in Ewigkeit
und wird im Todesthal von Furcht und Fall befreit.

Wer leben will, und gute Tage sehen,
der wende sich zu dieses Hirten Stab.
Hier wird sein Fuß auf süßer Weide gehen,
da ihm die Welt vorhin nur Träber gab.
Hier wird nichts Gutes je vermißt,
dieweil der Hirt ein Herr der Schätze Gottes ist.

Doch dies nur der Vorschmack größrer Freuden;
es folget noch die lange Ewigkeit.
da wird das Lamm die Seinen herrlich weiden,
wo der krystallne Strom das Wasser beut.
Da sieht man erst klar und frei,
wie schön und auserwählt ein Schäflein Christi sei.