Wie Wohl Ist Mir Wenn Ich An Dich Gedenk


Wie wohl ist mir, wenn ich an dich gedenke,
Und meine seel in deine wunden senkt.
O Jesu, nur bey dir bin ich vergnügt,
So oft mein geist durch dich die welt besiegt.

Wie wohl ist mir, wenn ich mich nach dir sehne,
Und meinen geist zu dir allein gewöhne,
Wenn ich mit dir genau vereinigt bin,
Und reisse mich von mir zu dir stets bin.

Wie wohl ist mir, wenn ich mein creutz umfasse,
Und alles, was du hassest, herzlich hasse;
Ach führe mich auf dieser schmalen bahn
Noch ferner fort, wie du bisher gethan.

Wie wohl ist mir, so oft ich zu dir bete,
Und eingekehrt vor deine Gottheit trete,
Bring mich nur ganz zur abgeschiedenheit,
Da mich nichts mehr, als du allein erfreut.

Wie wohl ist mir, wenn mich die welt verachtet,
Und wenn mein herz nach ihrer gunst nicht trachtet.
Ach! drum so sey, o Jesu, völlig mein:
so wird mir sonst nichts mehr gefällig seyn.

Wie wohl wird mir auch in dem tode werden:
Denn also komm ich von der eiteln erden.
Da will ich denn in weissen kihldern stehn,
Und nimmermehr aus deinem frieden gehn.