Will Ich Nicht So Muss Ich Weinen


Will ich nicht, so muß ich weinen,
wenn ich mit es recht betracht;
weil verlassen mich die Meinen,
und genommen gute Nacht.
Ach, wo ist meine But’r und Mutter?
Ach, sie lieben schon im Grab.
Ach, wo sind meine Brüd’r und Schwestern?
Keinen Freund ich nirgends hab.

O mein allerliebster Jesu,
schau mich armes Waislein an!
Du bist ja meine liebster Vater:
sonst mir Niemand helfen kann.
Weil mein Eltern sind gestorben,
leben nicht auf dieser Welt:
so hab ich dich, liebster Jesu,
für mein Vater auserwählt.

O mein allerliebster Jesu,
hör mich armes Waislein an,
weil ich traurig vor dir stehe,
selber mir nicht helfen kann.
Du bist ja mein liebster Jesu,
und dein Kind will ich nun sein,
so im Leben, so im Sterben
treu beständig dir allein.

Fort, o Welt, mit dein’m Getümmel;
fort mit deiner Eitelkeit!
Mein Verlangen steht in Himmel,
dort zu suchen Trost und Freud.
Allhier ist nur Kreuz und Leiden.
Falschheit und Betrügerei;
von mein’m Gott will ich nicht weichen;
denn er ist der beste Freund.