Wohl Mir Jesu Christi Wunden


Wohl mir! Jesu Christi Wunden
haben mich nun frei gemacht.
Ach, wie hart war ich gebunden;
ach, wie finster war die Nacht,
die mein Herz mit Sorgen guälte,
da mir Gott und Alles fehlte.
Sündenschuld und Seelennoth
machte mich lebendig todt.

Wohl mir, wohl mir! meine Ketten
sind entzwei, und ich bin los.
Christi seliges Erretten
macht mit Muth und Freude groß.
Ach, wie tief lag ich gefangen!
nun bin ich herausgegangen,
und das süße Tageslicht
strahlt ins Herz und Angesicht.

Wohl mir! alle meiner Sünden
seh ich durch des lammes Blut
weichen, sinken und verschwinden;
mein vor Gott erschrockner Muth
steigt getrost aus seinem Staube,
schöpfet Lust und singt: ich glaube!
Angst und Schulden sind dahin,
weil ich arm und gläubig bin.

Wohl mir! ich kann ruhig schlafen,
und mein herz in sorgenfrei,
denn ich fürchte keine Strafen.
Ja, nun weiß ich, was es sei:
Gottes Gnade zu genießen
und mit freudigem Gewissen
frei und fröhlich aufzustehn,
sicher aus und einzugehn.

Wohl mir! denn ich trink und esse,
als des Vaters Kind und Gast.
Ich bin selig, ich vergesse
meine Noth, der Seelenlast.
Und wenn ich der Arbeit warte,
so verschwindet mir das Harte.
Der sich für mich kreuzgen ließ,
macht mit Alles leicht und süß.

Wohl mir! denn der Hölle Flammen
sind durch Christi Blut erstickt.
Wer will mich hinfort verdammen,
da mich Jesus angeblickt?
denn ich hab in seinen Wunden
ewige Erlösung funden;
diese bleibt mir allezeit,
diese gilt in Ewigkeit.