Zahle Meine Thranen


Zähle meine thränen!
Sättige mein fehen;
Höre mein geschrey;
Laß die seufzer steigen:
Laß dein Geist bezeugen,
Daß es Amen sey:
Seelennoth
Drückt mich, o Gott!
Ich muß mich verdammt erkennen,
Darf mich dein nicht nenne.

Sieh, wie ich mich krümme,
Und im elend schimme,
Gnadenvolles lamm!
Ach, wi bin ich schnöde,
Kalt, beschämt und blöde,
Ja mir selber gram;
Wollen lügt,
Und laufen trügt;
Es liegt alles am erbarmen;
Helfer, hilf mit armen.

Herr, du hasts verheissen
Ich wills zu mir reissen:
Du erhörest mich;
Denn du sillst auf stehen
Reichen segen säen,
Dabey halt ich dich.
Amen, ja.
Hallelujah!
Will auch nicht die sonne scheinen,
Glaub ich doch mit weinen.

Ich wills andern sagen,
Daß du meine klagen
Gnädig angehört;
Ich will allen seelen
Hocherfreut erzählen,
Was du mir gewährt.
Und so wird
Mein Herr und hirt
Auch an mir in weinen heerden
Hochgelobet werden.